Austro Control antwortet auf brennende Fragen der AOPA

aktualisiert am: 19.01.2017

Philipp Piber, Bereichsleiter der Luftfahrtagentur, nimmt Stellung zu den Anliegen und Fragen der AOPA Austria. Wir wollen Ihnen das Schreiben nicht vorenthalten: …


Sehr geehrter Herr Buza, sehr geehrte Herrn des AOPA Präsidiums!

Als Bereichsleiter der Luftfahrtagentur darf auch ich im Namen aller Mitarbeiter die besten Wünsche für das Jahr 2017 übermitteln.

Nun zu Ihren Anliegen:

Der LTH61 wurde Mitte 2014 veröffentlich und mit Ende 2015 nochmals um ein Jahr verlängert um den Haltern von ELA1 Luftfahrzeugen zeitlich ausreichende Möglichkeiten für eine Selbstdeklaration zu geben. Diese Möglichkeit bestand für mehr als 70% der Luftfahrzeughalter der Cessna 100 Serie (150, 152, 172, etc.) nun seit mehr als einem Jahr. Weiters ist uns auch aufgrund von Rückmeldungen von Instandhaltungsbetrieben bekannt, dass viele Betreiber von Cessna 100 Serien LFZ, inklusive Betreiber von 182/F182 Mustern, diese Zeit genützt haben um an ihren Luftfahrzeugen die SID (Supplemental Inspection Document)-Inspektionen durchführen zu lassen.

Seit der ersten Ausgabe des LTH mussten zumindest 2 Jahreskontrollen durchgeführt werden, im Zuge dessen ein wesentlicher Anteil der vorgegebenen SID-Kontrollen ohne allzu großen Mehraufwand abgearbeitet hätte werden können. Im LTH wurde per Hinweisfeld eine begleitende SID-Abarbeitung empfohlen und darauf hingewiesen, dass diese Inspektionsergebnisse nach Ablauf des LTHs für die Genehmigung eines abgeänderten Instandhaltungsprogramms herangezogen werden können. Wir gehen davon aus, dass die meisten Halter, die das SID-Programm bisher nicht beauftragt haben, zumindest von dieser Empfehlung Gebrauch gemacht haben.

Aufgrund dessen und auch aufgrund des abzusehen gewesenen Auslaufens des LTH61a, sehen wir keine Verlängerung des LTH61a vor. Da eine Verlängerung des LTH seitens ACG weder angekündigt war noch sonst in den Raum gestellt wurde, sehen wir ihren Vorwurf, dass Halter von Cessna Luftfahrzeugen durch das Auslaufen des LTH in die Illegalität gedrängt oder unerwartet vor vollendete Taschen gestellt werden, als nicht gerechtfertigt .
Wie auch schon im LTH erwähnt, können aufgrund von bisherigen dokumentierten positiven Inspektionsergebnissen alternative Wartungsprogramme mit abgeänderten Inspektionsumfängen bzw. Durchführungsintervallen bei der ACG beantragt werden. Somit können auch jene Halter, die bisher weder eine Deklaration noch die SID-Abarbeitung durchgeführt haben, ihr Luftfahrzeug weiterhin legal betreiben.

Die Gästeflugverordnung, bei der sie auch dankenswerter Weise mitgearbeitet haben, durchläuft laut BMVIT gerade den koalitionsinternen Abstimmungsprozess („Spiegelung“ mit dem Landwirtschaftsressort).

Zur Language Proficiency darf ich folgende Information mitteilen:
Im Zuge der EASA General Aviation Roadmap wird derzeit das gesamte, diesen Bereich betreffende, Regelwerk mit Hinblick auf mögliche Erleichterungen einer Überprüfung unterzogen.
Darunter fallen auch die Vorgaben für die Language Proficiency. Österreich unterstützt diesem Prozess und ist bestrebt zur weiteren Standardisierung in diesem Bereich intensiv mitzuwirken. Die derzeit geltenden nationalen Vorgaben werden im Zuge der Änderung des europäischen Regelwerks ebenfalls einer Begutachtung unterzogen.

Für weitere Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung!

Mit freundlichen Grüßen,

Philipp Piber

Foto: Pressefoto Austro Control


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