Die österreichische Flugunsicherheitsbehörde – Ein Beitrag zum nächsten Toten !

aktualisiert am: 25.10.2017

Liebe Mitglieder
Heute wollen wir nicht darüber reden, dass eine österreichische Flugsicherungsgesellschaft im Besitz der Republik zu den Teuersten in Europa gehört, wir wollen auch nicht darüber reden, dass in den leitenden Organen eine beachtliche Zahl ehemaliger Ministersekretäre sitzt – nein, wir wollen Sie (wieder einmal) darüber informieren, wie man durch abgehobene exorbitante Preisgestaltung Maßnahmen zur Flugsicherheit, bewusst und mit Zustimmung oder zumindest bewusster Billigung der obersten Geschäftsleitung/Ministeriums, torpediert.

Aber zuerst ein paar Fakten:

Eine weit verbreitete Planungs- und Controlling Software, die heute in vielen Flugzeugen der General Aviation zu finden ist, unterstützt Piloten u.a. dadurch , dass sogenannte GAFOR Daten – das sind Schlechtwetter Informationen auf besonders kritischen Routen in Österreich – vom Wetterdienst der Austrocontrol übernimmt und gut anschaulich in ihre Darstellung integriert.

Es sei auch vorweg angemerkt, dass selbstverständlich weder der Autor, noch AOPA, noch sonstige Personen im Umfeld der AOPA von jenem Unternehmen, das diese Software zur Verfügung stellt, irgendeine Form der Begünstigung erfährt, Zuwendungen erhält, oder in irgendeiner Form mit diesem Unternehmen verbunden ist.

Diese sogenannten GAFOR Daten wurden bisher, wie auch von den meisten anderen Staaten kostenlos in Sinne der Flugsicherheit zu Verfügung gestellt. Eine wenige Länder verrechnen auch (angemessene) gebühren z.b. DE oder CH , wobei hier festzustellen ist, dass dies im Falle DE mit rund 700,- p.a. für ein 10x so großes Land wie Österreich ein angemessener Betrag ist.

Hier weitere Beispiele:
France charge nothing
Slovenia charge nothing
Croatia charge nothing
Switzerland charge around €200,-
Germany charge around €700,-

Nun erhöht Austrocontrol die Gebühr von null auf 3500,- p.a. !! mit der Konsequenz, dass der besagte Softwarebetreiber diese Daten nicht mehr seinen Kunden, uns Piloten zur Verfügung stellt und den Service per 01.10.2017 einstellt.

Als „Erfolg“ dieser Maßnahme werden nun viele Piloten (vor Allem jene aus dem Ausland) diese Infos entweder nicht mehr zur Verfügung haben bzw. diese separat und umständlich von der ACG Homepage holen müssen. Außerdem drängt man so diese Piloten bewusst in die Illegalität (mit allen haftungsrechtlichen Konsequenzen), da ja jeder Pilot ALLE zur Verfügung stehenden, Informationen einholen muss. Ausländische Piloten müssten sich darüber hinaus erst mühsam registrieren um an diese Informationen zu kommen. Und eine live Information im Flug bietet die österreichische Flugsicherheitsbehörde erst gar nicht an.

Und das alles im Namen der stets strapazierten Flugsicherheit !!!

Die besagte Flugsicherheitsbehörde zeigt selbst immer wieder auf, dass weniger fliegen mehr Unfallrisiko bedeutet. Und höhere Kosten bedeuten bei Vielen weniger Flugstunden und damit weniger Übung. In den US liegt das Unfallrisiko bei weit weniger als der Hälfte. Dort sind alle diese Infos gratis, zusätzlich stellt man dort auch live Wetter-Infos dem Piloten (auchim Fluge!) zur Verfügung – natürlich ebenfalls gratis.

Die österreichische Flugsicherheitsbehörde hingegen setzt mit der oben beschriebenen Maßnahme wieder einmal die Grundlage für den nächsten Schlechtwetterunfall im österreichischen Gebirge. Und es ist nur eine Frage der Zeit, bis dies auch den nächsten Toten bedeutet. Besonders für ausländische Gäste aus Flachländern ist dieses Risiko besonders groß. Soweit der Beitrag der Austrocontrol zur Flugsicherheit und zum österreichischen Fremdenverkehr.

Wir werden im Rahmen unserer Kontakte zum Ministerium und zur Austrocontrol wie immer versuchen, hier korrigierend tätig zu werden. Ein mühsame und wenig bedankte Aufgabe, aber sie muss gemacht werden….


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