Language Proficiency Tests in der General Aviation, hohe Kosten ohne mehr Sicherheit

veröffentlicht am: 23.12.2016

Die Language Proficiency Tests waren eine Empfehlung zur Umsetzung von der ICAO an die einzelnen Mitgliedsländer. Die EASA hat diese Empfehlung übernommen und es ist den einzelnen Staaten überlassen entsprechende Umsetzungsrichtlinien dafür zu erstellen.

Als zuständige Behörde hat die Austro Control für Österreich ein sehr komplexes und kostspieliges System sowohl für die Piloten als auch für die Zulassung der Prüfer als Language Proficiency Examiner erstellt. Es war nicht im Sinne der ICAO und der EASA hier wesentliche Erschwernisse und Hürden für die Piloten der allgemeinen Luftfahrt zu errichten. Ein zusätzlicher Gewinn an Sicherheit ist nicht erkennbar. Gerade in Österreich und auch in Europa sind die Sprachkenntnisse vom Piloten als gut zu bewerten und es war im Sinne der ICAO vor allem die zunehmende Zahl von Piloten auch aus Entwicklungsländern zu überprüfen.

In Österreich hat es dazu geführt, dass ein System errichtet wurde, welches wesentlich größere Anforderungen an die Sprachprüfer stellt als üblicherweise an Examiner in anderen Bereichen der allgemeinen Luftfahrt gestellt wird. So muss jeder Sprachprüfer zur jährlichen Nachschulung, wobei sich die Frage stellt, ob innerhalb eines Jahres die Englischkenntnisse so verblasst sein können damit eine Nachschulung erforderlich ist. Unabhängig davon ist die finanzielle Belastung, die jedes Mal bei solchen Überprüfungen und Nachschulungen entsteht, nicht unerheblich. Wie bekannt, bewegt sich die Gebührenordnung der Austro Control an der Spitze der europäischen Länder.

Die Kosten dafür trägt der einzelne Pilot, um seine Eintragung in der Lizenz zu erhalten.
Als Folge davon haben viele PPL-Piloten auf die Ablegung dieser Prüfung verzichtet und sich entschlossen nur in Deutsch sprechende Ländern zu fliegen oder auch ohne Englischprüfung illegal in Europa unterwegs zu sein.

Der vermeintliche Sicherheitseffekt, der durch die Sprachprüfungen erreicht werden sollte, wird dadurch ins Gegenteil verkehrt. Daher melden sich viele Generel Aviation Piloten nicht mehr bei Wien Information an, weil sie denken Englisch sprechen zu müssen. Sprechen diese Piloten Deutsch können andere nicht deutschsprachige Piloten den Funkverkehr nicht verstehen.

Auf diese Probleme angesprochen, ist von der Austro Control zu erfahren, dass diese Probleme bekannt sind und an eine Änderung des Systems gedacht ist. Um aber eine effiziente, wirksame und kostengünstige Methode zur Sicherung der Englischen Sprachfähigkeit von Piloten in Österreich zu entwickeln, sind wesentliche Änderungen im derzeitigen System notwendig. Die AOPA Austria ist im Gespräch mit der Austro Control, da die zuständigen Mitarbeiter der Austro Control im Sinne von der EASA ausgegebenem Vorhabens „towards simpler, lighter, better rules for General Aviation“ ,aufgefordert ist in diesem Sinne tätig zu werden.


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