LPC Erleichterungen

veröffentlicht am: 17.09.2019

Die mit 06.09.2019 veröffentlichte Revision 5 des Zivilluftfahrt-Hinweises (ACG) FCL 7, „Verfahren zum Nachweis der Sprachkompetenz gemäß VO (EU) Nr. 1178/2011 Anhang I (Teil-FCL) FCL.055 (e)“, bringt die folgenden Neuerungen mit sich:

Sprachkompetenz-Prüfungsverfahren von anderen EASA-Mitgliedsstaaten werden ab sofort seitens Austro Control anerkannt, sofern sie bestimmten Vorgaben entsprechen (siehe Punkt 4.1.1. des ZPH FCL 7, Rev 5), insbesondere ist zu bestätigen, dass die Sprachkompetenzprüfung mindestens einen 15minütigen Dialog mit dem Sprachkompetenzprüfer beinhaltet und eine Audioaufzeichnung der gesamten Sprachkompetenzprüfung angefertigt wurde, welche Austro Control zur Verfügung zu stellen ist.

Die Übermittlung der Audioaufzeichnung der gesamten Prüfung an Austro Control dient sowohl der routinemäßigen Aufsicht, wie sie auch bisher schon stattfindet, als auch der Sicherstellung des Einspruchverfahrens in solchen Fällen, in denen jemand mit dem Ergebnis der Sprachkompetenzprüfung nicht einverstanden ist.
Am Antrag auf Eintragung eines Sprachenvermerks (FO_LFA_PEL_313_DE_20) ist vom Sprachkompetenzprüfer bzw Language Assessment Body (LAB) zu bestätigen, dass die Sprachkompetenzprüfung unter Einhaltung von VO (EU) Nr. 1178/2011 Anhang I FCL.055 und den dazu erlassenen annehmbaren Nachweisverfahren (AMC) erfolgte sowie einen Dialog von mindestens 15minütiger Dauer enthielt und von der gesamten Prüfung eine Audioaufzeichnung angefertigt wurde.
Die Sprachkompetenzprüfung darf zum gleichen Termin, aber nicht in Verbindung mit einer Befähigungsüberprüfung, einer Kompetenzbeurteilung oder einer praktischen Prüfung durchgeführt werden, sofern die Vorgaben gemäß Punkt 4.3.1 des ZPH FCL 7, Rev 5 eingehalten werden, d.h. die Prüfung durch einen LPE (Language Proficiency Examiner) mit einem seitens Austro Control genehmigten Sprachtest abgenommen wird.

Für die Lizenzeintragung reicht ein Hand-Endorsement eines FE, das gilt jedoch nicht für Ersteintrag oder Level change!

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an sprachkompetenz@austrocontrol.at


Das könnte Sie auch noch interessieren

Österreich als Vorbild für die Umsetzung zur Verlängerung der Fristen für die GA
Die AOPA Österreich hat bezüglich der Verlängerung der Fristen für die GA aufgrund des COVID-19 Shutdowns eng mit den Behörden und der Austro-Control kommuniziert. Dabei sind die EASA Richtlinien auf eine einfache und unbürokratische Weise umgesetzt worden. In anderen Ländern (z.B. Italien) wurden diese Richtlinien in komplizierter und teilweise undurchführbarer Weise implementiert, oder die GA ausgenommen. Der Präsident der IAOPA Michael Erb hat die österreichische Lösung daher als Role Model hervorgehoben. In einer e-mail an den italienischen AOPA Präsidenten und alle europäischen Präsidenten schreibt er: Dear Rinaldo, Thanks a lot for the update. Many of our European NAAs have problems to implement pragmatic solutions covering also GA´s needs, including my own home country. I believe the best inspiration to resolve our problem comes from Austria, see the attachment and the blue text below. They simply prolong all time periods in the relevant Regulations, and that´s it, doesn´t have to be rocket-science: 1 Objective This Civil Aircrew Notice (…) contains an exemption in accordance with Regulation (EU) 2018/1139 Art 71 (1) to prevent negative consequences for civil aviation due to the COVID-19 pandemic and the associated restrictions on individual freedom. 2 Scope of application The exemption contained in this Civil Aircrew Notice relates to all time periods stipulated in Regulation (EU) No 1178/2011, Regulation (EU) No 1321/2014 Annex III and Regulation (EU) 2015/340 and implementing acts issued on the basis of these regulations, and is applicable to all organizations and persons under the jurisdiction of Austro Control GmbH. 3 Entry into force This Civil Aircrew Notice shall enter into force on March 23rd 2020. Revisions will take effect on the date specified in Chapter 0 (List of Revisions). 4 Description – General Exemption in accordance with Regulation (EU) Article 71 (1) All periods specified by Regulation (EU) No 1178/2011, Regulation (EU) No 1321/2014 Annex III and Regulation (EU) 2015/340 and implementing acts issued on the basis of these regulations which expire within 4 months of the date this exemption comes into force are automatically extended for 4 months. Best regards, take well care of each other! Michael

Offener Brief an die Austro-Control, das BMK und den OEAeC bezüglich der COVID-19 Auswirkungen auf die GA
Sehr geehrte Verantwortliche für die österreichische General Aviation, geschätzte Damen und Herren, die derzeitigen Maßnahmen der österreichischen Bundesregierung zum Thema COVID-19 werden von der AOPA-Austria nicht nur voll und ganz unterstützt, vielmehr haben wir unsere Mitglieder und die österreichische Pilotencommunity dazu aufgerufen, unseren Beitrag zum social distancing zu leisten. Darüber hinaus haben wir den Piloten über mehrere Kanäle nahegelegt, das recreational flying schon aus Gründen der Solidarität zu unterlassen, zumal de facto ohnehin die meisten nicht öffentlichen Flugplätze geschlossen sind. Für LFZ-Halter und Piloten ergeben sich daraus dennoch eine Reihe von Problemstellungen, die auch schon vielfach an uns herangetragen wurden: Fälligkeiten für die Lufttüchtigkeit der Flugzeuge sowie des elektronischen Equipments laufen auch während des “Corona Stillstands” ab, mit den LFZen sind anschließend ohne Sondergenehmigung nicht einmal Flüge zur nächsten Werft möglichSämtliche in dieser Zeit ablaufenden Pilotenlizenzen, Ratings etc. können nicht verlängert werden, Übungsflüge für die Scheinverlängerung, 90 Tage Regelung etc. können nicht durchgeführt werden. De facto verliert der Pilot damit seine BerechtigungenEine wesentliche Grundlage für die Pilotenlizenzen – das Medical – kann ebenfalls ablaufen. Um einen nicht handhabbaren administrativen Run auf Behörden (ACG und OeAC sowie die Fliegerärzte) unmittelbar nach Aufhebung der Corona Restriktionen zu vermeiden und damit auch chaotische Situationen bei der Wiedererlangung der unter 1-3 angeführten Berechtigungen zu vermeiden, schlagen wir als Interessensvertretung der österreichischen General Aviation vor, zumindest für ALLE nicht gewerblichen Berechtigungen und Lizenzen eine flat extention von zumindest 3 Monaten nach Ende der Corona Restriktionen auszusprechen. In dieser Zeit hätte der Berechtigungs- bzw. Lizenzinhaber EIGENVERANTWORTLICH sein Bemühen um Wiedererlangung mit der zuständigen Behörde bzw. dem Fliegerarzt abzustimmen. Weiters ersuchen wir sicherzustellen, dass die mit der Wiedererlangung im Normalbetrieb verbundenen Erschwernisse bei Versäumen der Fälligkeiten (z.b. Checkflug statt Übungsflug bei der Verlängerung von VFR Lizenzen) NICHT zur Anwendung kommen , sondern die Verlängerungen als “normale”, also zeitgerechte Verlängerungen angesehen werden. Wir ersuchen Sie im Namen der österreichischen GA – Pilotencommunity, die Anliegen bei den Abstimmungen auf EASA-Ebene vorzubringen und zu unterstützen. Mit freundlichen Grüßen AOPA Austria Robert Michl (Präsident), Friedrich Buza (Vizepräsident) Antwort 17.03.2020, 12:42 Sehr geehrter Herr Licenik, Vielen Dank für Ihre Nachricht und das angefügte Schreiben, Wie bereits telefonisch zwischen Herrn Buza und der Lizensierung besprochen, bemühen wir uns derzeit gemeinsam mit EASA und anderen EU-Mitgliedsstaaten, eine entsprechende generelle Ausnahme abzustimmen. Diese muss aus unserer Sicht alle Bereiche der Luftfahrt beinhalten und nicht nur die kommerzielle Luftfahrt.   Für Rückfragen stehen wir gerne jederzeit zur Verfügung Mit besten Grüßen Franz GraserAustroControl, Luftfahrtargetur - Abteilung LSA (Lizenzen, Such- und Rettungsdienst, Flugmedizin) Abteilungsleiter