Abenteuer Alaska

aktualisiert am: 12.11.2015


Wer träumt nicht von der grenzenlosen Freiheit mit dem Flugzeug?

Der Flug über der unberührten Natur Alaskas ist etwas ganz Besonderes. Dies sollte jeder Pilot zumindest einmal erlebt haben. Unser Mitglied Robert Michl hat im August 2015 dieses atemberaubende Land bereist.

Am 15.08.2015 morgens fing das große Abenteuer Alaska an. Mit der Lufthansa ging es via Frankfurt weiter nach Anchorage. Die Reisegruppe bestand unter anderem aus Christoph Barszczewski dem Autor des Buches „Buschpilot in Alaska“ und seine Frau Regina, Niggi ein CRI aus der Schweiz, Martina, unser PPL Küken, Doris, die jedes verrückte Flugabenteuer mitmacht und meiner Wenigkeit.

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Doris vor einem Flugzeug der Alaska Airlines, Foto: Robert Michl

In Anchorage angekommen ging es mit dem Leihauto und einem Koffer zu wenig ins Hotel. Am nächsten Tag fand sich auch unser restliches Gepäck ein und wir machten uns mit dem Auto auf den Weg nach Talkeetna.

Anchorage

Anchorage, die größte Stadt des Bundesstaates Alaska mit fast 750.000 Einwohnern, Foto: Niggi

Don Lee, der Held aus dem Roman „Buschpilot in Alaska“ empfing uns herzlich, und wir fühlten uns im Holzhaus mitten im Wald gleich sehr wohl.
Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase teilten wir uns je nach Interessenslage in zwei Gruppen auf: Doris, Martina und Niggi setzten den Schwerpunkt auf Taildragger Flüge mit Tundrareifen und ich wollte das Seaplane Rating auch in meiner FAA Lizenz eingetragen haben.
Während meine Freunde in der Wildnis mit einer Piper PA22 Tripacer herumtobten, drückte ich die Schulbank und wiederholte die Wasserflugzeug Theorie. Viele Inhalte waren mir schon bekannt, einiges Neues gab es dann doch wieder zu entdecken. Nach der geballten Theorie konnte es dann mit der praktischen Umsetzung des Gelernten beginnen. Da Don seine Unterkunft direkt neben den See gebaut hatte, konnten wir nach Anlegen der Schwimmwesten gleich losfliegen. Wer die PA22 kennt, kann sich in etwa vorstellen, wie lustig der Einstieg eines Unbedarften in die dann doch recht großzügig gestaltete Zelle ausgesehen haben muss.

PA22 Tripacer

Piper PA22 Tripacer mit Tundrareifen, Foto: Niggi
Lodge

Don Lee’s Lodge in Talkeetna, Foto: Robert Michl

Das nachfolgende Training war bis auf Kleinigkeiten eine Wiederholung der Übungen die ich bereits in Polen bei meiner Seaplane Grundausbildung absolviert hatte bis auf eine Spezialität: Stell Dir vor, es ist heiß, das Flugzeug ist überladen und du musst starten…! Nach 2 Tagen Training wurde die Prüfung abgenommen und ich hielt meine neue Berechtigung in Form einer temporären Bestätigung in meinen Händen.
Zwischenzeitlich erflogen meine Begleiter einen Gletscher, landeten auf wilden Buschstrips, am Fluss oder sonst überall wo man schon zu Fuß seine rechte Mühe hat.

Morgenrot

Morgenrot mit einer de Havilland Beaver am Anleger von Don Lee’s Lodge, Foto: Robert Michl

Regina und Chris fanden sich nun auch in der Lodge ein, da sie aufgrund einer Schlechtwetterphase Schwierigkeiten hatten vom Ausgangspunkt wegzukommen. Regen und Wolken sind dem Sonnenschein gewichen und nun war es an der Zeit das Auto gegen das Flugzeuge zu tauschen. Niggi und Martina flogen mit einer C150 nach Palmer, wo Doris und ich bei „Artic’s Air Academy“ eine C172 zu sehr fairen Preisen ausborgten. Der Checkride war leicht zu bewerkstelligen, sodass wir uns auf die Flugplanung des nächsten Tages stürzen konnten, mit dem Ziel Seward. Eine traumhaft schöne Strecke mitten durch das Gebirge, den vielen Gletschern, Flüssen und kleinen Seen.
Alaska zeigte uns auch gleich was es heißt Buschpilot zu sein: mit moderate bis severe Turbulenzen wurden wir willkommen geheißen. Ein wenig aufregend war noch, dass niemand auf der CTAF Frequenz geantwortet hatte. Da hieß es für uns runter, Platz überfliegen, Windsack suchen, Platzverkehr im Auge behalten und Blindmeldungen absetzen. 13 Knoten Wind bei 29 Knoten gusts sorgten für ein wenig Adrenalin.

Doris vor der C172 in Palmer

Doris vor der C172 in Palmer, Foto: Robert Michl
Gletscher

unberührter Gletscher, Foto: Niggi

einfach nur schön, Foto: Niggi

Seward liegt mitten in den Bergen, Gletschern und an einer Meeresbucht. Unser Hotel bot den Ausblick direkt auf die Marina und wir konnten uns an der Aussicht kaum satt sehen. Wir hatten das Glück die Fangergebnisse der diesjährigen Wettfischerei begutachten zu dürfen. Der Fang musste natürlich fotografiert werden – solche Monster bekommen wir nicht alle Tage zu sehen. Im angrenzenden Lokal wurde dann der frische Fisch verspeist – die Alaska King Crab durfte ebenso wenig fehlen, wie das hier wohlbekannte „Single Engine Red“ Bier !

Seward

Die Wettbewerbsfischer bei ihrem Kodak Moment in Seward, Foto: Robert Michl

Die weiteren Streckenabschnitte der Reise: Valdez (traurig berühmt geworden durch das Unglück der Exxon Valdez), Homer, Kenai, Homer, Palmer, Talkeetna, Honolulu, …

Zu sehen gab es Elche, Fische (Lachse, Wale,…), Bären, Seelöwen, die größten Gletscher der Erde, Gletscherseen und –flüsse, kalbende Gletscher und eine scheinbar nie enden wollende Wildnis.

Die Einwohner sind zuerst sehr zurückhaltend, dann sehr freundlich, hilfsbereit und warmherzig.

Ich habe Alaska kennen und lieben gelernt – eines Tages werde ich wiederkehren, um die noch nicht angeflogenen Ecken zu erkunden.

PS:
Die besten Schlemmerpunkte habe ich auf aviationgourmet.com veröffentlicht.

Anchorage bei Nacht

Der letzte Abend in Anchorage, Foto: Robert Michl

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