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Stellungnahme der AOPA Austria zur derzeitigen Krisensituation

Mar 22, 2022

Die AOPA Austria hat folgende Stellungnahme zur derzeitigen Krisensituation verfasst und an das Bundeskanzleramt, das BMK und deren Pressestellen als offenen Brief gesendet:

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, sehr geehrte Frau Bundesministerin,

liebe Freunde der allgemeinen Luftfahrt,

Die Position der AOPA Austria ist klar – „strukturiert, diplomatisch – gemeinsam für alle“

Wir suchen Gespräche, verhandeln gerne, informieren – wo nötig, hören zu, klären auf und setzen am Ende des Tages die Interessen der Allgemeinen Luftfahrt bestmöglich durch.

Wir arbeiten im Hintergrund auf Hochtouren an Umwelt- und Klimaschutzprojekten und unterstützen die Klimaziele der Bundesregierung. Von den ca. 1.600 im österreichischen Luftfahrzeugregister eingetragenen motorgetriebenen Luftfahrzeugen (viele davon unter einem Nachhaltigkeitsaspekt zu sehen, da die Langlebigkeit zu keiner umweltschädigenden Entsorgungskette führt) zählen die meisten zur Allgemeinen Luftfahrt (GA). Die Mehrheit der in der GA eingesetzten Luftfahrzeuge wiegt unter 2.000 kg und verursacht wenig Fluglärm.

Nun sehen wir uns jedoch kurzerhand einerseits mit einer Krisenlage konfrontiert, die nicht nur die allgemeine Luftfahrt in ihren Grundfesten zu erschüttern vermag, sondern auch Auswirkungen auf jeden einzelnen höchstpersönlich haben wird. Viele unserer Lebensbereiche werden einerseits durch die Nachwirkungen der pandemischen Situation der letzten zwei Jahre und andererseits durch die derzeitige europäische Kriegssituation beeinträchtigt und schwer belastet.

Bis dato haben wir uns mit einer Stellungnahme daher bewusst zurückgehalten.

Wenn wir von Allgemeiner Luftfahrt sprechen, betonen wir nicht die private „Schönwetterfliegerei“ oder das Hobby, von dem viele träumen – sondern

die allgemeine Luftfahrt ist mehr, kann mehr, denn sie ist ein Konglomerat an

  • technischen Schulen zur Ausbildung junger Menschen,

  • Luftfahrtschulen zur Aus- und Weiterbildung junger Pilotinnen und Piloten und ebenda

    mittlerweile die mehrheitliche Ausbildung an kommerziellen Berufspiloten,

  • sämtlichen Arten von Flügen, ob das nun Privat- und Geschäftsflüge sind, oder Arbeits- und Rettungsflüge, Land- und Forstwirtschaftsflüge, Vermessungen, Fotodokumentationen,

    Versuchs-, Forschungs- und Entwicklungsflüge,

  • technischen Zulieferunternehmen, Industriegebiete in der Nähe von Flugplätzen,

  • mehr als 125.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, viele davon Unternehmerin oder

    Unternehmer und somit direkt betroffen,

  • und einer Luftverkehrsbranche, die mit einer Wertschöpfung von jährlich ca. 4 Milliarden Euro

aufwarten kann.

Uns erscheint der Zeitpunkt nun richtig, die Verantwortlichen der Bundesregierung betreffend die allgemeine Luftfahrt, Sie, sehr geehrter Herr Bundeskanzler Nehammer und Sie, sehr geehrte Frau Bundesministerin Gewessler, auf unsere Situation mit Nachdruck aufmerksam zu machen.

Im intereuropäischen Wettbewerb muss es auch für uns möglich sein, Schritt zu halten – das ist nicht möglich, wenn es an europäischer Abstimmung fehlt und nationale Einzelschritte unternommen, oder in dem Fall, nicht unternommen werden.

Österreich muss sich zur Reduzierung von Steuern, der Weitergabe von Preissenkungen bekennen und auch dem derzeitigen, internationalen Vorgehen von Großkonzernen entschieden entgegenstellen und
auf eine europäische Gesamtlösung auch für die Pilotinnen und Piloten, Flugzeughalterinnen und Flugzeughalter, Unternehmerinnen und Unternehmer, Menschen in der allgemeinen Luftfahrt und vielen mehr, hinarbeiten.

Ein Nichthandeln derzeit gefährdet massiv die Arbeitsplätze in der Wertschöpfungskette der allgemeinen Luftfahrt.

Im Namen des gesamten Vorstandes der AOPA Austria und seiner Mitglieder

Robert Michl

Präsident der AOPA Austria