Überblick
Die AOPA Austria versucht seit Jahren, das in den USA erfolgreich implementierte ADS-B/UAT System auch in Österreich einzuführen. Es gibt in Europa bereits vereinzelt Installationen (zuletzt vor kurzem erflogreich in der Schweiz), jedoch ist noch kein breites Bewusstsein über die Wichtigkeit dieses Systems für die Flugsicherheit in den zuständigen und verantwortlichen Behörden vorhanden. Auch das Fachmagazin Pilot und Flugzeug berichtet regelmäßig über die Vorteile und Fortschritte bzgl. ADS-B/UAT.
Mehr über die Hintergründe zu ADS-B/UAT in Österreich ist diesem Beitrag auf unserer Website zu entnehmen.
Wir möchten euch an dieser Stelle einen aktuellen Zwischenstand geben.
Zwei Hauptschauplätze: BH Baden und Austrocontrol
BH Baden
Wir haben als ersten Standort für eine ADS-B/UAT Testinstallation den Flugplatz Bad Vöslau ausgewählt. Warum? Wir hätten dort die Möglichkeit, die Installation problemlos und leicht erreichbar einzurichten – vielen Dank an dieser Stelle an die Betriebsleitung des Flugplatzes von Bad Vöslau!
Im zuge des Genehmigungsverfahrens hat die Bezirkshauptmannschaft (BH) Baden hat nun Bedenken bzgl. möglicher Störungen des DMEs am Flughafen in Wien angemeldet und uns zur Stellungnahme aufgefordert.
Dank kompetenter Unterstützung aus Finnland (dort sind bereits Installationen in Betrieb) und des Herstellers der Geräte konnten wir umfangreiches Material und Studien an die BH Baden übermitteln, die einen störungsfreien Betrieb der ADS-B/UAT Installation in Nachbarschaft mit dem DME am Flughafen Wien nachweisen. Nun warten wir auf die Antwort der BH Baden – wir sind gespannt, wieviel Zeit sich die Behörde hier nimmt.
Austrocontrol (ACG)
Die Austrocontrol untersagt, dass die ADS-B/UAT Testinstallation Verkehrsdaten (TIS-B) als Information an die Empfänger aussendet. Dies würde aber den grundlegenden Gedanken der Erhöhung der Flugsicherheit entgegenstehen – es geht ja gerade darum, dass der gesamte Flugverkehr für jeden sichtbar wird und dadurch die situational awareness gestärkt wird.
Unsere Idee ist nun, die Daten der Austrocontrol (ACG) für die Aussendung der Verkehrsdaten zu verwenden. Wir konnten in einem persönlichen Gespräch mit Mitarbeitern der ACG vorsichtig positives Feedback für diesen Vorschlag bekommen. Es ging nun in den letzten Monaten darum, die ACG-interne Abteilung für ein solches Vorhaben ausfindig zu machen.
Nun scheint dies gelungen zu sein, und wir erwarten einen Terminvorschlag für ein erstes Gespräch im Augusst.
Fazit
Als gelernter Österreicher ist man es gewohnt, dass die Mühlen in den Behörden langsam mahlen. Das ist besonders frustrierend, wenn man mit sicherheitsrelevanten Vorschlägen inzwischen jahrelang im Holding hängt. Es hängt dann an engagierten Mitarbeitern in den Behörden, damit sich überhaupt etwas bewegt – und das ist schade.
Dennoch werfen wir die Flinte nicht so schnell ins Korn – dass so ein Vorhaben in Europa machbar ist, zeigen die (leider noch sehr vereinzelten) Erfolge in Finnland oder kürzlich in der Schweiz.
